Unser Antrag an die FU-Landesversammlung:
Die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass eine nationale Taskforce zur Brustkrebsprävention implementiert wird. Dabei sollen neben den verantwortlichen staatlichen Akteuren die Gesetzliche und Private Krankenversicherung, Vertreter und Vertreterinnen der niedergelassenen Ärzteschaft, relevanter Gesundheitsfachberufe, wie Hebammen sowie Vertreterinnen und Vertreter der wissenschaftlichen Forschung einbezogen werden (Gynäkologie, Endokrinologie, Radiologie, Onkologie und Public Health).
Begründung:
Aktuell stellen Ärztinnen und Ärzte ungefähr 69.000-mal im Jahr die Diagnose Brustkrebs bei einer Frau. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs (www.krebsgesellschaft de). Brustkrebs ist mit etwa 30 Prozent aller Krebsfälle die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. . Hormonell bedingter Brustkrebs macht 70–80 % aller Brustkrebsfälle aus. Mit der oftmals lebensverkürzenden schweren Erkrankung ist großes Leid der Betroffenen und ihre Angehörigen verbunden
Risikofaktoren für hormonell bedingten Brustkrebs sind vor allem langfristige oder hohe Östrogen- und Progesteron-Expositionen, sei es durch körpereigene Hormone (frühe Monatsblutung, später Beginn der Wechseljahre, späte Schwangerschaft) oder durch extern zugeführte Hormone (Hormonersatz, Pille) oder durch kurzes oder gar kein Stillen nach einer Geburt. Lebensstilfaktoren wie Übergewicht und Alkohol verschärfen den hormonellen Einfluss zusätzlich.
Hormonell bedingtem Brustkrebs kann gezielt vorbeugt werden, indem hormonelle Risikofaktoren identifiziert, reguliert und transparent gemacht werden. Gleichzeitig muss aber gesunde Lebensführung gefördert und informierte Entscheidungen, Zugang zu Früherkennung und Beratung erleichtert werden. Prävention soll lebensphasengerecht, niedrigschwellig und wissenschaftlich fundiert gestaltet werden. Vor allem sollten auch jüngere Frauen als Zielgruppen identifiziert und in Präventionsprogramme einbezogen werden. Bei öffentlichkeitswirksamen Kampagnen sollen daher hauptsächlich soziale Medien genutzt werden.
Die nationale Taskforce soll ein schlüssiges Konzept erarbeiten, das zuständige Stellen benennt und den dortigen Entscheidungsträgern fundierte Grundlagen für weitere Maßnahmen liefert.
Folgende Vorschläge könnten dabei auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden:
- Frühe Bildung über reproduktive Gesundheit
- Zielgerichtete Kampagnen zu hormonellen Risiken von Hormonersatztherapie und Antibabypille
- Strengere Beratungspflichten bei Hormonverordnungen und Erstattungsanreize für hormonfreie Alternativen
- Kampagnen zur Förderung der Stilldauer mit dem Ziel Förderung der Frauengesundheit
- Anti-Adipositas-Strategien
- Verstärkte Alkoholprävention